Angeborene Immundefekte bei Kindern: Welche Symptome treten auf?

Dass Kinder sich im Kindergarten oder in der Schule häufig mit Krankheitserregern anstecken, ist ganz normal. Doch nicht jedes Kind, das häufig erkältet ist, hat unabdingbar auch einen angeborenen Immundefekt. 
Lesen Sie hier, auf welche Warnsignale Sie als Eltern oder Bezugsperson achten sollten und wann eine Vorstellung beim Kinderarzt oder der Kinderärztin ratsam ist.

12 Warnsignale für einen angeborenen Immundefekt bei Kindern 

Bisher gibt es keinen Schwellenwert, der anzeigt, wie häufig Infektionen bei Kindern auftreten müssen, damit ein deutlicher Hinweis auf einen Immundefekt vorliegt. Daher haben Expert:innen eine Liste mit 12 Warnsignalen erstellt, um einen Immundefekt bei Kindern zuverlässiger und frühzeitiger erkennen zu können. Die Warnzeichen beziehen sich auf eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, auf ungewöhnliche Infektionen und auf weitere Hinweise:

  • Warnsignale „Erhöhte Infektionsanfälligkeit “
    • mehr als zwei schwere Infektionserkrankungen, wie beispielsweise Hirnhautentzündungen (Meningitiden) oder Blutvergiftungen (Sepsen)
    • mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr (durch Röntgenbilder bestätigt)
    • mehr als zwei Nasennebenhöhlenentzündungen pro Jahr
    • mehr als acht eitrige Mittelohrentzündungen pro Jahr
  • Warnsignale „Ungewöhnliche Infektionen“
    • Impfkomplikation bei Lebendimpfungen (etwa bei Impfungen gegen Masern oder Kinderlähmung)
    • Pilzbefall (Candida-Infektion) der Mundschleimhäute oder anderer Hautbereiche nach dem ersten Lebensjahr
    • wiederkehrende Infektionen mit normalerweise harmlosen Erregern
    • wiederkehrende Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen) auf der Haut oder in Organen
  • Weitere Hinweise auf einen Immundefekt
    • Familienmitglieder mit einem angeborenen Immundefekt (also bei sogenannter positiver Familienanamnese)
    • Antibiotikatherapie, die mehr als zwei Monate ohne Behandlungserfolg bleibt
    • unklare Rötungen (Erytheme) oder Entzündungen (Ekzeme) der Haut an Händen und Füßen von Säuglingen
    • Gedeihstörungen bei Säuglingen, also eine beeinträchtigte gesamtkörperliche Entwicklung (mit oder ohne chronische Durchfälle). Die Säuglinge sind in der Regel zu leicht oder wachsen nicht ausreichend . 

Hier finden Sie einen Fragebogen der Medizinischen Hochschule Hannover. Er kann Sie und den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin Ihres Kindes dabei unterstützen, eine mögliche Diagnose eines Immundefektes einzugrenzen.